Ferkelheizung 120WRosafarbene Schweinchen gelten bekanntlich als Symbol für Glück. Schon im Mittelalter gab es einen Neujahrsbrauch, bei welchem Ferkel in einem Korb herumgereicht wurden, damit sie jedem der diese berührte, Glück fürs neue Jahre bescheren.

Genauso sieht es auch heute noch Landwirt Lahrmann aus Stemwede, und als kleiner Ferkelerzeuger mit ca. 160 Säuen unternimmt er schon lange einiges, um gesunde Säue und Ferkel aufzuziehen. Schon im Jahr 2005 setzten Bauer Lahrmann und zwei weitere Landwirte eine eigene, gemeinsame Mahl-und Mischanlage ein, um den Vermahlungsgrad des Futters variabel optimieren zu können und damit immer eine qualitativ hochwertigere Ernährung der Tiere zu gewährleisten.

Anfang 2019 stellte sich Landwirt Lahrmann mit Unterstützung des Erzeugerrings Westfalen eG der Herausforderung, über bessere Licht-, Wärme- und Lüftungsverhältnisse nicht nur Stromkosten zu reduzieren, sondern ebenso die Gesundheit und Leistung von Säuen und Ferkeln zu nachhaltig zu verbessern. Diese von der Bundesregierung geförderte Maßnahme zur Energieeinsparung von 30% sollte einen dreifachen Nutzen haben:

  • Gut für die Umwelt
  • Gut für die Gesundheit der Tiere
  • Gut für die Geldbörse

Situation – veraltetes Wärmesystem für neugeborene Ferkel

Neugeborene Ferkel benötigen in der 4-wöchigen Säugeperiode eine variable Wärme um zu wachsen und sich gesund zu entwickeln. In der Vergangenheit wurde diese Wärme über eine Fußbodenheizung und eine zusätzliche Infrarotglühlampe erzeugt. Die Fußbodenheizung war mittlerweile veraltet und ausgefallen, während die Infrarotlampen regelmäßig ersetzt werden mussten. Außerdem hatten diese Lampen den Nachteil, dass sie nicht nur das Ferkelnest wärmen, sondern auch den Rest der Stallung – besonders im Sommer wirkte sich das negativ auf das Stallklima und damit auf das Befinden und Verhalten der Säue aus, die zum Beispiel an heißen Tagen weniger fressen.

Im Zuge der beschlossenen Energiesparmaßnahme (Strom, Licht, Lüftung) wurde deshalb nach einer Alternative für die Fußbodenheizung und die Infrarotlampen gesucht.

Maßnahmen – OSNATHERM Infrarotheizdeckel 120W

Nach der Beratungsmaßnahme mit der Energieberaterin des Erzeugerrings Westfalen entschied man sich zusammen für eine Osnatherm Infrarotsonderlösung: 40 sonderangefertigte Infrarotheizdeckel mit einer roten LED-Leuchte über welche Ferkel in den bestrahlten Nestbereich geleitet werden. Jeder Deckel misst 40x60cm und leistet 120W.

Damit eine noch gleichmäßigere Wärmeabstrahlung gewährleistet wird sind alle Deckel mit einer Quarzsandbeschichtung ausgestattet.

Über eine computerisierte Stromsteuerung ist die Heizung dimmbar, so dass man die Temperaturkurve einfach kontrollieren und somit an Anforderungen der Ferkelwachstumsphasen anpassen kann.

Die Maßnahmen wurden im April 2019 durchgeführt und dann über einen Zeitraum von 7 Monaten beobachtet. Beobachtungen und Erfahrungswerte wurden täglich schriftlich notiert.

Ergebnis

  • Ausreichend Wärme im Nest vorhanden
  • Liegeverhalten der Ferkel deutlich besser im Vergleich zu vorheriger Wärmelösung. Zu jeder Zeit eine gleichmäßige Verteilung aller Ferkel in Seitenlage
  • Raumtemperatur im Stall ist deutlich niedriger, da keine Konvektionswärme entsteht; dadurch Einsparung an Lüftungsenergieverbrauch
  • Vor allem im Hochsommer deutliche Vorteile: keine Erwärmung des Stalls außerhalb des Nestbereichs, was zu einer stabileren Futteraufnahme bei den Sauen führt: auch an heißen Tagen haben alle Sauen gut gefressen, was in anderen Jahren nicht zu beobachten war
  • Die neu installierte Nasenlüftung für die Säue arbeitet im Zusammenhang mit Infrarotheizdeckeln sehr gut
  • Höhere Milchleistung der Säue
  • Sowohl durch die bessere Wärmeversorgung als auch durch die vitaleren Sauen mit besserer Futteraufnahme sind die Absetzgewichte um geschätzt 1kg je Ferkel gestiegen
  • Es wurden in den bisherigen 3 Durchgängen ca. 1 Ferkel/Wurf mehr abgesetzt (von ca. 12 auf ca. 13 Ferkel/Wurf)

  • Höheres Wurfabsetzgewicht: weniger untergewichtig abgesetzte und schwache Ferkel und deutlich höhere Vitalität bei Geburt
  • Ferkel gesünder, haben eine höhere Tageszunahme
  • Gleichmäßigere Entwicklung und Wachstum der Ferkel
  • Aufzuchtzeit um fast 1 Woche verkürzt
  • Verluste von mehr als 3% auf weniger als 2% gesunken

Fazit

Landwirt Lahrmann ist hervorragend zufrieden. Allein die positiven Auswirkungen auf Kontrolle und Qualität von Stallklima und folglich auf Gesundheit und Leistung der Tiere haben seine Erwartungen deutlich übertroffen. Im Gesamtkonzept wurde außerdem die für die Förderung erforderlichen Energieeinsparungen von 30% übertroffen. Technisch und im Energieverbrauch hat das Projekt somit erhebliche Verbesserungen gegenüber der vorherigen Situation erreicht.

In den nächsten Monaten wird sich zeigen welche Auswirkungen die Maßnahmen auf andere kritische Faktoren wie Impfungen, Hormonbehandlungen oder Krankheiten haben.

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