Der Stromsektor macht es vor: Ca. 45% des Strombedarfs werden bereits durch regenerative Energien gedeckt. Der Trend von fossiler hin zu erneuerbarer Energie aus Sonne und Wind ist unaufhaltsam.

Auch der der Wandel im Verkehrssektor kommt in Deutschland langsam in Fahrt, und der überwiegende Teil der Automobilhersteller setzt dabei auf elektrifizierte Fahrzeuge. Der Anteil von E-Fahrzeugen liegt aktuell bei ca. 3% mit stark steigender Tendenz. Alternative Mobilitätskonzepte sowie Fortbewegungsmittel wie E-Bikes und E-Scooter sind auf dem Vormarsch. Selbstverständlich ist die Elektrifizierung der Mobilität nur sinnvoll, wenn der Strom aus erneuerbarer Energie generiert wird.

Doch wie steht es um den Wärmesektor?

Um die Klimaziele zu erreichen und den Einsatz von fossilen Energieträgern zu reduzieren werden Öl- und Gas-Brennwert-Heizungen in der Bundesrepublik seit 2020 nicht mehr gefördert. Der Einbau von neuen Ölheizungen ist sogar ab 2026 nicht mehr erlaubt.

Elektrische Heizungen gelten nach wie vor als „Stromverschwender“. Das schlechte Image dieser Heizmethode stammt vor allem aus der Zeit der Nachtspeicheröfen. Schmutziger Kohle- und Atomstrom wurde nachts verheizt, weil die Großkraftwerke nicht runtergefahren werden konnten. Heute sieht das anders aus: Sonne und Wind liefern wesentlich mehr kostenlose, saubere Energie als wir benötigen. Pufferspeicher und die elektrische Fußbodenheizung dienen im Haus als „Wärmespeicher“. Photovoltaik- und Windkraftanlagen müssen nicht abgeregelt werden und der saubere Strom kann vollständig genutzt werden. Das Thema Heizen mit erneuerbarem Strom erfährt also eine langsame aber immer lauter werdende Renaissance.

Wärme aus dem Stromnetz oder neuartige Wärmenetze?

Ein weiterer wesentlicher Vorteil dieses Trends ist das vorhandene Stromnetz. Während andere Wärmversorgungsstrategien der Zukunft den Aufbau völlig neuer Wärmenetze (z.B. für Wasserstoff oder Geothermie) vorsieht, könnte die elektrifizierte Wärmewende auf Basis des vorhandenen Stromnetzes erfolgen. Selbstverständlich ist dies nicht ohne massive Investitionen zur Stärkung und zum Ausbau des Stromnetzes möglich… allerdings ist dieser Ausbau aufgrund der Elektrifizierung des Verkehrssektors ohnehin notwendig.

Nicht zuletzt haben auch die Hersteller von elektrischen Heizungen die Produktentwicklung vorangetrieben. Sowohl die Effizienz als auch die Wirtschaftlichkeit von elektrischer Wärme stehen inzwischen unter guten Vorzeichen. Doch welche Häuser kommen dafür in Frage?

Heizwärmebedarf im Neubau

Der Heizwärmebedarf im Neubau wird durch gesetzliche Anforderungen und durch neue Technologien immer geringer und liegt mittlerweile deutlich unter 50 kWh/m² im Jahr (Niedrigenergiehaus). Bei einem Standard-Einfamilienhaus bewegt sich der jährliche Energiebedarf für Raumwärme im Durchschnitt bei einer Größenordnung von ca. 4.000 kWh und einer Heizlast zwischen 3 und 6 kW. Der enorme Aufwand zur Installation eines wassergeführten Heizsystem ist damit nicht mehr gerechtfertigt. Der Wärmebedarf lässt sich einfach und kostengünstig mit elektrischen Heizsystemen erzeugen. Durch den Verzicht auf Schornstein, Heizungsrohre und Gasanschluss werden die Investitionskosten deutlich reduziert. Die Ersparnis kann in eine Photovoltaikanlage investiert werden, was dann gleichzeitig zu einer deutlichen Reduzierung der Betriebskosten führt.

Heizwärmebedarf im Bestand und bei Sanierung

Auch in der Sanierung von Bestandsgebäuden können elektrische Heizsysteme durchaus punkten. Flexibel und platzsparend können diese ohne Wasserrohre und schwere Heizkörper im Bestand als primäre Wärmequelle oder als Zusatzheizung nachgerüstet werden. Die Installation ist als Flächenheizung direkt unter Parkett, Holz und Fliesen möglich. Aber auch eine Montage an Decken oder den Wänden ist einfach und jederzeit realisierbar. Das schnelle, steuerbare Wärmeverhalten ist besonders in Badezimmern oder Räumen mit geringer Nutzung schon sehr beliebt. Vielseitig und kostensparend können Sie somit auch bei Veränderungen der Raumnutzung und des Wärmebedarfs reagieren.

Fazit

Effiziente, elektrische Heizungen sind für fast jede Anwendung im Neubau, Sanierung und Bestand geeignet. Sie bieten auch gegenüber Wärmepumpen einige Vorteile:

  • Angenehme, behagliche Wärme
  • Geringe Anschaffungskosten
  • Schnelle, einfache Installation
  • Langlebig und wartungsfrei
  • Ökologisch und wirtschaftlich durch die Integration von erneuerbaren Energien