Seit 2016 gelten verschärfte Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Damit wollte der Gesetzgeber die energetische Qualität von Neubauten nochmals erhöhen. Insbesondere wurden die Anforderungen an den Stromverbrauch eines Gebäudes deutlich verschärft.

Die Absenkung des Primärenergiefaktor für Strom auf 1,8 entspricht in etwa der primärenergetischen Verschärfung um 25%. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Dämmung um durchschnittlich 20%. Explizit muss ein klassisches Einfamilienhaus in Bezug auf den Energieverbrauch folgende Anforderungen einhalten:

  • Primärenergiebedarf (PE) ≤ 51 kWh pro Quadratmeter und Jahr
  • Der Verbrauch von elektrischem Strom wird mit dem Faktor 1,8 je kWh multipliziert (siehe Tabelle unten)
  • Erneuerbarer Strom kann in Abzug gebracht werden (z.B. PV). Ein Ökostromvertrag gilt hierbei nicht als Erneuerbarer Strom und wird nicht berücksichtigt

Im Klartext: Das Heizen mit Strom führt nach aktueller Gesetzeslage durch den Faktor 1,8 prinzipiell zu einer Steigerung des Primärenergiebedarfs im Vergleich zu Öl oder Gas.

Die Faktoren im Vergleich:

Energieträger
Faktor
Heizöl 1,1
Erdgas, Flüssiggas 1,1
Steinkohle, Braunkohle 1,2
Holz(H) 0,2
Nah- und Fernwärme aus KWK Bis 0,7
Nah- und Fernwärme aus Heizwerken Bis 1,3
Strom 1,8
„Umweltenergie“ (Solar, Geothermie) 0

Maßnahmen zur Erfüllung der EnEV 2016

Bauherren können neben der Wärmedämmung u.a. mit effizienter Anlagentechnik für Heizung, Kühlung, Lüftung und Warmwasserbereitung den Anforderungen der EnEV 2016 Rechnung tragen. Hier gibt es zwei Optionen:

1. Referenzgebäude

Damit nicht jedes Objekt per se geprüft und berechnet werden muss, gibt es sogenannte Referenzgebäude, in denen das Heizungssystem bereits vorgegeben wird:

Mögliche Heizsysteme
PE in kWh/(m² x a)
EnEV-konform
Biogas (Wärmenetz)

9,4

Ja

Pelletheizung mit Solarthermie

14,2

Ja

Pelletheizung

19

Ja

Sole-Wasser-Wärmepumpe

19,8

Ja

Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Photovoltaik

22,4

Ja

Geothermie (Wärmenetz)

35,8

Ja

Luft-Wasser-Wärmepumpe

37,9

Ja

Erdgasheizung mit Solarthermie

50,6

Ja

Darüber hinaus lassen sich die EnEV 2016-Vorgaben im Neubau unter anderem aber auch mit einer Öl-Brennwertheizung, die mit Solarthermie, einer Lüftungsanlage oder einem Holzkaminofen kombiniert wird, erfüllen. Öl- und Gas-Hybridheizungen kommen somit auch in einem nach der EnEV 2016 errichteten Neubau als eine Heizsystemvariante infrage.

Hier besonders ins Auge fallend: Die sogenannte Stromdirektheizung (Flächenheizung oder Infrarotheizung), und damit das Thema ‘Wärme durch Strom’, sind in den Referenzgebäuden als Heizungssystem nicht vorgesehen.

2. Individuelle Berechnung

Der Nachweis der EnEV-Konformität lässt sich aber auch über eine individuelle Berechnung erbringen. In diesem Zusammenhang haben wir den Zugang zu Energieberatern gesucht, die im Rahmen von konkreten Bauvorhaben unsere Produkte auf EnEV-Konformität berechnet haben. Dabei konnten wir feststellen, dass die sehr effizienten OSNATHERM Heizungen in Verbindung mit Photovoltaikanlagen und weiteren energieeffizienten Maßnahmen die EnEV-Anforderungen in den meisten Fällen erfüllt: Elektrisch Wärme erzeugen ist also möglich da energetisch effizient und EnEV-konform.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Kombination mit Photovoltaik, da der selbst erzeugte Strom in Abzug gebracht wird und somit den Primärenergiebedarf reduziert.

Ausblick

Mit der EnEV-Konformität nach individueller Berechnung haben wir einen ersten Meilenstein erreicht und einen wichtigen Schritt gemacht, um unsere Produkte im Gebäude zu platzieren. Weitere Entwicklungen sprechen dafür, dass effiziente Stromheizungen in Zukunft eine echte Alternative zu Öl, Gas und Umwelt werden:

1. Strommix im deutschen Netz

Der Anteil erneuerbarer Energie im deutschen Stromnetz nimmt stetig zu. Im Jahre 2019 betrug der Anteil bereits ca. 46%. Vor diesem Hintergrund ist der Primärenergiefaktor von 1,8 für Strom nicht mehr haltbar. Die notwendige Senkung muss deutlich ausfallen und würde den Einsatz von Strom als Energieträger für den Wärmesektor weiter stärken.

2. Geringerer Wärmebedarf

Moderne Gebäude (KFW Standard 40, 40+ und 55) haben durch die Dämmung per se einen sehr geringen Wärmebedarf mit niedrigen Betriebskosten. Die Bedeutung der Investitionskosten bei der Auswahl des Heizsystems nimmt somit deutlich zu. Hier können günstige Elektroheizungen mit ihrer einfachen, kostengünstigen Installation weitere Pluspunkte sammeln und dem Trend der steigenden Baukosten entgegenwirken.